Schulen inNiederlande unter Berücksichtigung der Berufsvorbereitung der Schüler mit Sonderbedarf im Sinne Zukunfstplanung
Freerk van Steendam

Infolge der Unterrichtsfreiheit gibt es in den Niederlanden nicht nur die öffentlichen, meist von den Gemeinden getragenen Schulen. Über drei Viertel aller Schulen sind Privatschulen, aber auch sie werden - wenn sie bestimmten Anforderungen genügen - vom Staat finanziell unterstützt. Sie erhalten ein Pauschalbudget, aus dem sie den von ihnen angebotenen Unterricht finanzieren können. Auch die Lehrer an den Privatschulen werden nach landesweit geltenden Tarifen bezahlt. 1998 wurden in den Niederlanden 5,5 % des Bruttoinlandsprodukts für das Bildungswesen ausgegeben. Eltern brauchen für den Schulbesuch ihrer Schulpflichtigen Kinder nichts zu bezahlen. Die Schulen können von ihnen allerdings einen Beitrag für außerschulische Aktivitäten verlangen. Die Eltern erhalten übrigens Kindergeld.

Schüler ab 18 Jahren müssen für den Schulbesuch oder ihr Studium bezahlen. Das Schulgeld bzw. die Studiengebühr ist für fast alle Ausbildungsgänge gleich. Schüler und Studenten über 18 Jahren erhalten vom Staat ein sogenanntes Grundstipendium, das durch ein leistungs - und einkommensabhängiges Darlehen oder einen Kredit aufgestockt werden kann. Sie können außerdem verbilligte Jahreskarten für den öffentlichen Nahverkehr erhalten. Von den 18 - bis 27-Jährigen absolvieren 15,2 % ein Vollzeit- und 6,8 % ein Teilzeitstudium. Die meisten niederländischen Schulen, Fachhochschulen und Universitäten haben keine Studentenwohnheime oder ähnliche Unterbringungsmöglichkeiten. Kleidervorschriften gibt es nicht.

Primarunterricht
Die Primarschulen werden von Kindern zwischen vier und zwölf Jahren besucht. Der achtjährige Unterricht zielt auf die emotionale, geistige und kreative Entwicklung der Kinder ab und sie erlernen soziale, kulturelle und körperliche Fähigkeiten. Jede Primarschule stellt auf der Grundlage gesetzlicher Vorschriften einen sogenannten Schulplan auf.

Für Schüler von 3 bis 20 Jahren, die körperlich oder geistig behindert oder anderweitig sozial beeinträchtigt sind, gibt es Schulen, an denen sie besonders gefördert werden. Ziel dieses Sonderunterrichts ist die möglichst rasche Eingliederung in den regulären Unterricht. Im Rahmen des vom Staat initiierten Projekts “Wieder gemeinsam zur Schule” sollen die Regel- und Sonderschulen dazu angehalten werden, intensiver zusammenzuarbeiten.

Sekundarunterricht
Der Sekundarunterricht, der von Kindern ab 12 Jahren besucht werden kann, gliedert sich in folgende Unterrichtsarten :

Oft sind verschiedene Schultypen unter einem Dach, in Gesamtschulen, untergebracht. Der berufsvorbereitende Unterricht und der allgemeinbildende Sekundarunterricht der Mittelstufe dauern jeweils vier Jahre; das Abschlusszeugnis berechtigt zum Besuch des berufsbildenden Tertiärunterrichts.

Der Abschluss des sechsjährigen vorwissenschaftlichen Unterrichts berechtigt zum Besuch einer Universität. Schüler des berufsvorbereitenden Unterrichts, des allgemeinbildenden Sekundarunterrichts der Mittelstufe und der Oberstufe sowie des vorwissenschaftlichen Unterrichts werden in den ersten drei Jahren in 15 Pflichtfächern unterrichtet. Dies ist die sogenannte Grundausbildung. 97,7% aller 17-Jährigen haben den Vollzeit-Sekundarunterricht besucht.

Inhaber eines Abschlusszeugnisses des berufsbildenden Sekundarunterrichts der Oberstufe oder des weiterführenden Lehrlingswesens können sich in den Niederlanden und in einigen anderen EU- Mitgliedsstaaten als selbstständiger Unternehmer niederlassen. Die Abschlusszeugnisse fast aller Ausbildungen im Rahmen dieser Unterrichtsarten werden innerhalb der EU anerkannt. Der Unterschied zwischen dem berufsbildenden Sekundarunterricht der Oberstufe und dem Lehrlingswesen liegt darin, dass ersterer eine rein schulische Ausbildung ist, die Lehrlingsausbildung dagegen eine Kombination von Schulunterricht und praktischer Ausbildung in einem Unternehmen oder Betrieb.

Tertiärunterricht
Zum Tertiärunterricht gehören der an Fachhochschulen erteilte berufsbildende Tertiärunterricht (HBO) und der wissenschaftliche Unterricht (WO) an den Universitäten. Die Regelstudienzeit für beide Unterrichtsarten beträgt vier, die Studienhöchstdauer sechs Jahre. Von den 18- bis 27-Jährigen absolvieren 15,2% ein Vollzeit- und 6,8% ein Teilzeitstudium. Nach Abschluss der ersten, vierjährigen Phase des wissenschaftlichen Unterrichts können sich die Studenten weiter spezialisieren oder sich in der Forschung widmen. Insgesamt gibt es in den Niederlanden neun allgemeine Universitäten, drei technische und eine Landwirtschaftliche. Alle verfügen über hoch spezialisierte Forschungsinstitute.

Internationaler Unterricht
Für Kinder, die einen Teil ihrer Primar- oder Sekundarschulausbildung im Ausland absolviert haben, gibt es Schulen, in denen Englisch, Französisch oder Deutsch die Unterrichtssprache ist. Außerdem gibt es in den Niederlanden zehn Bildungsanstalten für Tertiärunterricht, in denen ausländische Akademiker in englischer ( manchmal auch in französischer oder spanischer) Sprache angebotene Spezialausbildungen absolvieren können.

Schematische Darstellung des niederländischen Schulsystems

Niederländisches_Schulsystem1

Quelle: http://www.ludgerusschule.de/eurorap/niederlande/schule.htm#e

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Niederländisches_Schulsystem2

Aus "Arbeitsamt Online": http://195.185.214.165/europa_kommt/
 

Niederlande - Der Unterricht in den Gruppen 7 und 8, Bob van de Ven (Auszüge)
Im Bildungsbereich trifft man bis zum heutigen Tag die vier verschiedenen Richtungen gleichsam wie Säulen an: Protestantische Schulen, Katholische Schulen, eine neutrale Säule (Daltonschulen, Montessori, Steiner u.ä.) und die öffentlichen Schulen. Der Staat hat keine eigenen Schulen mehr. Früher gab es noch "Reichsschulen" (Rijks HBS zum Beispiel), aber heutzutage sind die Gemeinden die Schulträger der öffentlichen Schulen. Das niederländische Bildungssystem ist wie folgt aufgebaut :

a. Primarunterricht (für Kinder zwischen 4 und 12 Jahren)

b. Sonderschulen (sowohl für den Primar- wie für den Sekundarunterricht)

c. Sekundarunterricht (von 12 bis 19 Jahren)

Dabei unterscheidet man :

d. Berufs- und Erwachsenenbildung

e. Höhere Bildung: ­ Berufshochschule ­ Universität ­ Offene Universität (Fernbildung)

Der Sekundarunterricht umfasst den Unterricht, der direkt an die Grundschule anschließt.

Die Kinder sind zwölf Jahre alt und haben zusammen mit ihren Eltern eine Schule ausgesucht, die sie besuchen möchten - natürlich auch abhängig von ihren Fähigkeiten.

VMBO
Die meisten Schulen bilden Schulgemeinschaften mit MAVO/HAVO/VWO. Es gibt aber auch "breite" Schulgemeinschaften mit VMBO (alle Lehrwege)/HAVO/VWO. MAVO und VBO (Vorbereitende Berufsbildung) heißen seit 1999 VMBO (Vorbereitende Mittlere Berufsbildung).

In VMBO gibt es noch immer den theoretischen Lehrweg, den man MAVO nennt.

Die erste Phase der Sekundarstufe
Zu der ersten Phase der Sekundarstufe gehören die vierjährige Ausbildung VMBO und die ersten drei Jahre von HAVO (5 Jahre) und VWO (6 Jahre). Man nennt die erste Phase die "Basisbildung". (Nicht zu verwechseln mit "basisschool", denn das ist die Grundschule!).

Die Basisbildung ist das Unterrichtsprogramm für die ersten Jahre aller Schultypen.

Der Akzent liegt auf dem Anwenden von Kenntnissen und Fertigkeiten und man legt großen Wert auf die im Lehrplan fixierten Zusammenhänge. Auch wollte man mit der Einführung der Basisbildung erreichen, dass die definitive Wahl für MAVO, HAVO oder VWO ein wenig aufgeschoben wurde und dass man während der Periode der Basisbildung noch besser die Fähigkeiten der Schüler bestimmen kann.

Die Einführung der Basisbildung im Jahre 1993 ist als ein Kompromiss zu sehen zwischen denjenigen, die Vorfechter der Gesamtschule (im Niederländischen: middenschool) waren und denjenigen, die überhaupt nicht dafür waren, dass die Schüler nach der Grundschule noch länger heterogen unterrichtet werden.

Es entwickeln sich so verschiedene Schultypen nebeneinander :

Es gibt Sekundarschulen, die in der ersten Klasse völlig heterogen zusammengesetzte Klassen haben, also mit Schülern mit der Fähigkeit für das Gymnasium, in einer Klasse mit Schülern, die nur den untersten Lehrweg von VMBO erreichen können.

Aber es gibt auch Schulen, wo schon in der ersten Klasse die Schüler nach Niveau eingestuft werden. Dazwischen gibt es allerhand Varianten.

Die Schule ist frei darin zu entscheiden, ob die Basisbildung zwei, drei oder vier Jahre dauert. Anfangs wollte das Ministerium die zu erreichenden Kernziele durch Basisbildungstests überprüfen, aber da dies den Schulen (und natürlich auch den Lehrern) zu viel Zeit und Arbeit kostete und überdies die Unterschiede zwischen den Schulen wegen der unterschiedlichen Struktur sehr groß waren, wurde schließlich davon abgesehen.

Nachdem die ersten Jahre der Basisbildung evaluiert waren, musste man leider feststellen, dass sie nicht das gebracht hat, was man davon erwartete. Es ist den meisten Schulen nicht gelungen, ein System zu bilden, das den Prinzipien der Basisbildung gerecht wird, nämlich den Schülern neben Kenntnissen auch Fertigkeiten beizubringen und eine Kohärenz im schulischen Angebot zu erreichen. Das Ministerium berät daher zur Zeit über die Weiterentwicklung der Basisbildung.

In der Periode der Basisbildung wird jeder Schüler in mindestens 15 Fächern unterrichtet. Für die verschiedenen Fächer sind Kernziele formuliert, die eine Beschreibung der Qualitäten der Schüler auf dem Gebiet von Einsicht, Kenntnissen und Fertigkeiten geben.

Am Ende der Basisbildung soll die Schule wenigstens diese Kernziele erreicht haben. Die Schüler sollen in den ersten drei Jahren im Kerncurriculum 1000 Unterrichtsstunden von 50 Minuten erhalten. Daneben gibt es noch einen freien Raum für die Schulen von 870 Stunden, den sie für andere Aktivitäten und andere Unterrichtsstunden verwenden dürfen. Pro Lehrjahr sollen die Schüler wenigstens 1280 Unterrichtsstunden von 50 Minuten bekommen.

Neue Fächer bei der Einführung der Basisbildung waren die Fächer Technik, Informatik und "Versorgung", das Kochenlernen, Körperpflege und Gesundheitserziehung umfasst.

Die Ergebnisse der Basisbildung waren noch nicht befriedigend. Das Ministerium hat jetzt einige Maßnahmen bekannt gegeben, um diese Probleme einigermaßen zu lösen. So brauchen die Schulen ab 2001 nicht mehr unbedingt alle Kernziele anzubieten.

Es hat sich herausgestellt - und dies wurde bei der Einführung der Basisbildung von manchen Experten schon vorhergesagt -, dass das Programm für bestimmte Schüler zu schwer und zu theoretisch ist. Jetzt bekommen die Schulen auch mehr Freiheit, um bestimmte Gruppen von Schülern von bestimmten (Teilen von) Fächern freizustellen. Auch sollen die verpflichtenden Tests abgeschafft werden.

Eine interessante Tendenz ist folgende: Seit zwei oder drei Jahren hat sich die zweite Phase des Sekundarunterrichts in Richtung eines "Studienhauses" entwickelt. Das bedeutet, dass die Schüler mehr selbstständig arbeiten müssen, dass Fertigkeiten geprüft werden und dass der Lehrer mehr als Begleiter des Lernprozesses des Schülers auftritt. Man stellt nun fest, wie wichtig es für die Erreichung dieser Ziele ist, dass man die Schüler schon in der ersten Phase allmählich daran gewöhnt, selbstständiger zu arbeiten.

Und nun wird wahrscheinlich in der Schule von innen heraus eine Entwicklung zustande kommen, um tatsächlich den Unterricht in der ersten Phase zu verändern.

Die zweite Phase des Sekundarunterrichts
Bei der Einführung der "Neuen Zweiten Phase" wurden eine breite allgemeine Bildung und die gute Vorbereitung auf den weiteren Unterricht als Hauptziele formuliert. Seit dem "Mammutgesetz" von 1968 hat sich der Unterricht im Sekundarbereich nicht wesentlich verändert. Die Einführung der Basisbildung bildete den Anfang zu weiteren Innovationen. Man hatte, vor allem an den Universitäten und Hochschulen, festgestellt, dass der Anschluss zwischen dem Sekundarunterricht und dem weiteren Unterricht immer problematischer wurde. Die Schüler waren nicht gewöhnt, selbstständig zu arbeiten, und ihre Kenntnisse und Fertigkeiten waren auch ungenügend. Sie waren zu "schmal" ausgebildet, was zusammenhing mit dem System der Fächerwahl in den letzten Jahren vor dem abschließenden Examen (HAVO 6 Fächer, VWO 7 Fächer).Im Jahre 1998 fingen die ersten Schulen mit der Einführung der Neuen Zweiten Phase an, die seit 1999 für alle Schulen gilt.

Neu daran ist, dass jetzt nicht mehr von einer bestimmten Zahl von Unterrichtstunden für die Schüler ausgegangen wird, sondern von der "Studienbelastung", also von der Zeit, die der Schüler für sein Studium aufwenden muss. Anstatt von Stundentabellen geht man beim Berechnen der Studienbelastung von der Durchschnittszeit aus, die ein Schüler braucht, um sich einen bestimmten Teil des Stoffs zu eigen zu machen. Man geht dabei davon aus, dass die generelle Studienbelastung pro Jahr 1600 Stunden beträgt, nämlich 40 Wochen von 40 Stunden. ...

Für das Unterrichtsprogramm (Lehrstoff, Methodik und Lehrmittel) werden keine näheren Vorschriften gemacht. Im Schulplan soll die Wahl für den Lehrstoff und für die angewandte Didaktik beschrieben und verantwortet werden. Die Schule wählt selbst die Unterrichtsmethoden; für die Beschaffung der Bücher sind die Eltern verantwortlich.

Wesentlich an der Neuen Zweiten Phase ist, dass die Schüler mehr Fächer bekommen, also breiter ausgebildet werden, selbstständiger arbeiten müssen und dass auch viele andere Fertigkeiten verlangt werden. So sollen die Schüler eine "Profilarbeit" machen, die sie selbstständig anfertigen und bei der sie fächerübergreifend den Zusammenhang zwischen zwei von ihnen gewählten Fächern zeigen müssen. Wegen der größeren Zahl der Fächer und der geringen Stundenzahl pro Fach als im alten System müssen die Schüler den Stoff selbstständiger verarbeiten. Der Lehrer begleitet gleichsam mehr den individuellen Lernprozess, als dass er vor der Klasse steht.

Viele Schulen haben "Selbstständigkeitsstunden" eingeführt, bei denen die Schüler wählen können, zu welchem Lehrer sie gehen und unter dessen Aufsicht und Beratung sie dann ihre Aufgaben erledigen können.

Diese neue Didaktik des "Studienhauses" verlangt sehr viel von den Schulen und es wird noch einige Zeit brauchen, um dieses System gut in den Schulen zu verankern. Die ersten Resultate sind aber nicht schlecht, auch wenn es schon deutlich ist, dass das neue System für die Lehrer eine zusätzliche Belastung darstellt und es den Schülern nicht leicht fällt, selbstständig zu arbeiten.

Auch muss die Ausstattung in den Schulgebäuden durch zusätzliche Arbeitsplätze für die Schüler, durch Computer- und Internetanschlüsse verbessert werden.

Übergangsverfahren zwischen den verschiedenen Schulformen

Von der Grundschule zur Sekundarschule
Nach der Grundschule, wenn das Kind also ungefähr zwölf Jahre alt ist, kommt der Übergang zum Sekundarunterricht. Die aufnehmende Schule entscheidet darüber, ob ein Kind zugelassen wird.

Schon in Gruppe 7 (5. Jahrgangsstufe in Deutschland) fängt man an, die Schüler auf die Schulwahl vorzubereiten. Die erste Frage der Eltern ist: für welche Schulform ihr Kind geeignet ist, und das ist nicht einfach, wenn man eine große Wahl hat. Zwar nimmt jedes Kind an der Basisbildung teil, aber es ist ein großer Unterschied, ob das an einer Schule mit MAVO/HAVO/VWO, an einer Schule mit nur HAVO/VWO, an einem reinen Gymnasium oder an einer "breiten Schule" mit VMBO/HAVO/VWO ist.

Der Unterricht in der Primarschule ist sehr individualisiert und der Grundschullehrer hat durchaus eine Vorstellung, in welche Richtung man für das Kind denken sollte. In Gruppe 8 werden fast alle Schüler in den Niederlanden getestet (CITO-Test). Das Resultat ist ein bestimmtes Niveau, das mit den verschiedenen Schulformen im Sekundarbereich übereinstimmt. Man testet die Rechenfähigkeiten und die Sprachkenntnisse. Daneben verwenden die meisten Schulen noch einen anderen Test, der mehr auf Persönlichkeitsmerkmale ausgerichtet ist, so zum Beispiel, ob sich ein Kind gut konzentrieren kann, ob es sozial genügend entwickelt ist usw. Weiterhin ist das Gutachten des Schulleiters der Grundschule und des Klassenlehrers sehr wichtig. Es gibt also drei Kriterien für die Entscheidung, ob das Kind zur gewünschten Schulform zugelassen werden kann. ...

Insgesamt wird viel Wert darauf gelegt, dass der Übergang von Grundschule zur Sekundarschule sich möglichst reibungslos vollzieht. Da in den ersten Jahren der Sekundarschule noch die Basisbildung gilt, ist es möglich, nach dem ersten Jahr auch in eine andere Schulform versetzt zu werden. Das kann in der eigenen Schule sein, man kann aber auch an eine andere Schule wechseln.

Der CITO-Test
Wie schon erwähnt, machen die meisten Schüler einen von CITO, einem Centraal Instituut voor Toetsontwikkeling", vorbereiteten Test. Am Ende der Schulperiode in Gruppe 8legen sie diesen Fortschrittstest ab, der Informationen über die Leistungen der Schüler, aber auch über die Leistungen der Schule bietet. ... Der Test ist kein Examen, bei dem man durchfallen kann, sondern sein Zweck besteht darin, den möglichen Schulerfolg beider Weiterbildung des Schülers im Sekundarunterricht vorhersagen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass der Endtest in Gruppe 8 hinreichend valide ist. Der Endtest zeigt aber nicht nur, welche Schulform für einen Schüler in Frage kommt, er sagt auch etwas aus über die Position, welche die Schule im Verhältnis zu den anderen Schulen einnimmt.

Abschlüsse und Berechtigungen

Das Examen in MAVO/HAVO/VWO
Nach vier Jahren MAVO, nach fünf Jahren HAVO und nach sechs Jahren VWO machen die Schüler ihr Examen.· das Examen VMBO (und MAVO)

Das Examen besteht aus zwei Teilen: das Schulexamen und das zentrale Examen. DasExamen kann für jedes Fach aus einem Schulexamen oder aus einem Schulexamen miteinem zentralen Examen bestehen.

Der basisberufsgerichtete Lehrweg und der berufsgerichtete Lehrweg kennen auch noch ein praktisches Examen. Schüler, die ihre Prüfung indem theoretischen oder dem gemischten Lehrweg ablegen, müssen auch noch eine"Sektorarbeit" in dem von ihnen mit den Fächern gewählten Schwerpunkt (z. B. Landwirt-schaft, Technik, Wirtschaft) ablegen ...

Mit dem VMBO-Diplom kann man zur mittleren Berufsbildung,

mit dem MAVO-Diplom zur Berufshochschule

und mit dem VWO-Diplomzum wissenschaftlichen Studium.

Spezialunterricht
Kinder, die lernbehindert sind oder Verhaltensprobleme haben, können meistens nicht in normalen Schulen unterrichtet werden. Für sie gibt es Sonderschulen, doch wird im Allgemeinen versucht, die Kinder wenn irgend möglich in eine "normale" Schule gehen zulassen. Die Losung dazu lautet: "Wieder zusammen zur Schule". Auch die Eltern bevorzugen es, dass ihr Kind so lange wie möglich eine normale Schule besucht und damit Kontakte mit Kindern hat, die nicht behindert sind oder Lernprobleme haben. Auch ist es wichtig, dass das Kind in seiner eigenen Umgebung zur Schule gehen kann, wo es die Kinder aus der Nachbarschaft wieder trifft.

Seit kurzem bekommen diese Kinder, für die früher nur Sonderunterricht in Betracht kam, vom Ministerium ein persönliches Budget, das in der besuchten Schule verwendet werden kann, so z. B. für extra Stunden oder eine extra Begleitung für das Kind.

Die Einrichtungen der Sonderschule reisen gleichsam wie in einem "Rucksack" mit dem Kind in die andere Schule. Eine unabhängige Kommission entscheidet darüber, ob einem Kind ein solcher Budget-Rucksack mitgegeben werden kann.

Schulpflicht
Wenn das Kind fünf Jahre alt ist, sind die Eltern verpflichtet, es in die Schule zu schicken. Jedes Kind in den Niederlanden soll vom ersten Schultag an in dem Monat, der auf den fünften Geburtstag folgt, zur Schule gehen.

Die Schulpflicht dauert mindestens 12 Schuljahre. Daneben gilt die Schulpflicht für alle Schüler bis zum Ende des Schuljahres, in dem sie das Alter von sechzehn Jahren erreicht haben.

Nach der Vollzeitschulpflicht gibt es noch eine partielle Schulpflicht, die ein weiteres Jahr dauert und den Schüler verpflichtet, neben seiner Arbeit noch an zwei Tagen eine Ausbildung zu machen.

Schulprogramm
Im Jahre 1998 wurden vom Staat die "Kernziele der Grundschule" festgestellt. Sie beschreiben die Qualitäten der Schüler auf den Gebieten der Kenntnisse, der Einsicht undder Fähigkeiten, die am Ende der Grundschule erreicht werden sollen.

Man unterscheidet zwei Typen von Kernzielen :

Im Lerngebiet Orientierung auf Mensch und Welt" findet man: Geographie, Geschichte, Gesellschaft, Technik, Umwelt, Gesundheit, Unterricht über die Natur.

Die Kernziele werden in dem Beschluss von 1998 sehr detailliert beschrieben. Als Beispiel wird hier das Kernziel "Arbeiten nach einem Plan" wiedergegeben. Arbeiten nach einem Plan. Die Schüler können einen Plan machen und danach handeln :

1. sie können ein Ziel formulieren

2. sie können sich auf einen Gegenstand orientieren

3. sie verstehen bei einfachen Problemen, was die Ursachen und was die Folgen sind

4. sie können aus dem Vorhergehenden Schlussfolgerungen ziehen

5. sie können größere Aktivitäten Schritt für Schritt einteilen und ausarbeiten

6. sie können hinterher beurteilen, ob ihre Planung richtig war

7. sie können die Resultate ihrer Arbeit präsentieren in der Form einer Vorlesung, einer Arbeit oder einer Demonstration.

...

Als PDF-Datei, mit 15 Seiten: http://q-netz.nibis.de/mk/sammlung/OECD/Niederlande01.pdf

Als HTP-Datei: http://www.google.de/search?q=cache:gi7Doe3uzK8J:q-netz.nibis.de/mk/sammlung/OECD/
Niederlande01.pdf+Sonderschulen+%2BNiederlande&hl=de&lr=lang_de&ie=UTF-8

Niederländische Abkürzungen mit Übersetzung aus den Bereichen Soziales, Persönliches Budget, Betroffenen-Organisationen, Bildung/Sonderschulen

AWBZ - Algemene Wet Bijzondere Ziektekosten (Allgemeines Gesetz für besondere Krankenkosten): Dieses Gesetz regelt die Sonderleistungen der Krankenversicherungen für die sogenannten unversicherbaren Risiken chronisch kranker, behinderter und alter Menschen.

Die Beiträge für das AWBZ werden mit den Versicherungsbeiträgen einbehalten oder gezahlt.

Zusätzlich zu den Standardleistungen kann man sich weiter versichern. Einige Leistungen müssen vollständig aus eigenen Mitteln bezahlt werden.

WVG - Gesetz zu Sonderleistungen für Behinderte und für Behinderteneinrichtungen (1994)

AWGB - Algemene Wet Gelijke Behandeling – Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (1994 eingeführt). Etwa seit dieser Zeit wird auch zunehmend öffentlich über die Diskriminierung behinderter Menschen diskutiert.

Bremsgeld - Bei einigen anderen Leistungen, wie häuslicher Pflege, psychologischer Betreuung, alternativen Therapien, einigen Medikamenten, Physiotherapie und andere mehr, muß zur Versicherungsleistung eine einkommensabhängige Selbstleistung erbracht werden. Diesen Betrag nennt man in den Niederlanden das ”Bremsgeld”, weil der Staat hiermit den Gebrauch der Bürger von Dienstleistungen des Gesundheitswesens abbremsen will. Das Bremsgeld stellt allerdings für viele Familien eine bedeutende extra Belastung dar.

Patienten- und Seniorenorganisationen haben mit Hilfe gerichtlicher Urteile ein Recht auf Behindertenfürsorge und häusliche Pflege erwirkt. Auf Grund dieser Urteile hat der Staat die Zuschüsse für diese Dienste aufgestockt.

Das Arbeitsrecht (Stand 2001) räumt nur eine kurze Zeit ein für Pflegeurlaub, bei dem dann 70% des Gehaltes weiter gezahlt wird.

Hilfe in Natura - Sachleistung, bei der die Einrichtungen die benötigten Hilfen (Sachleistungen) zur Verfügung stellen.

PB - Persönliches Budget, auch: "Personen Gebundene Budget" - PGB

RIO (Regionales-Indikations-Organ) - Indikationskommission - prüft, ob eine Pflegeleistung oder ein Hilfsmittel zugewiesen werden kann. Die Kommission erstellt eine Indikationsempfehlung. Dabei wird vom Antragsteller angegeben, ob er Hilfe in Form von Sachleistungen oder ein Persönliches Budget in Anspruch nehmen will. Im zweiten Fall wird er über Möglichkeiten und Regeln des PB unterrichtet.

LCIG - Landelijk Centrum Indicatiestelling Gehandicaptenzorg - zuständig für Indikationsstellung für das PB / PGB für geistig behinderte Menschen

Indikationsbeschluss - Mit der Indikationsempfehlung geht der Antragsteller zur Verwaltungsstelle seiner Krankenversicherung, wo ein Indikationsbeschluss gefasst wird.

SVB - die Soziale Versicherungsbank - ist die Institution, die vom Gesetzgeber beauftragt ist, die Budgets zu verwalten.

Per Saldo - Die Interessenvertretung der Nutzer(innen) des PGB für die häusliche Pflege; in der Regel alte und/oder körperlich behinderte Menschen. à www.pgb.nl , E-mail: info@pgb.nl

Netz der Budgethalter für Menschen mit geistiger Behinderung - Gegründet 1998. Dieses Netzwerk wird von den Budgetinhabern des PGB für geistig behinderte Menschen organisiert und ist bei der niederländischen Föderation von Elternvereinigungen angesiedelt

GGZ - Belangenorganisatie Geestelijke Gezondheidszorg – Interessenvertretung der Gruppe der psychisch kranken Menschen, die das PGB nutzen.

Provinzialforum - In jeder Stadt oder jedem Kreis muß es ein Forum von Betroffenen geben, das als Mitsprachegremium nach Verabredung mit der Gemeindeverwaltung die politischen Maßnahmen und die Ausgaben für das Gesundheitswesen kritisch beobachtet. Auch die Sozialleistungen werden von dort aus geprüft. Das Provinzialforum sammelt und analysiert die Ergebnisse, die aus den Gemeinden kommen, stellt Vergleichungen an und informiert die Bürger, die Zentralregierung und die Patientenverbände.

Die nationale Dachorganisation von Chronisch Kranken und Körperbehinderten, der ”Chronisch Zieken en Gehandicaptenraad”, kurzCG-Raad” (Dutch Council of the Chronically ill and the Disabled) und die Dachorganisation für alle Patienten- und Behindertenverbände, die ”Föderation der niederländischen Patienten- und Konsumentenverbände”, ... leiten auf nationaler Ebene die Verhandlungen mit Vertretern der Landespolitik. So entsteht ein flächendeckendes Netzwerk.

Federatie van Ouderverenigingen (Föderation von Elternvereinigungen) - Dachorganisation der fünf niederländischen Elternvereinigungen (geistig behinderter Kinder)

VMT - Vereinigung der Mytyl- und Tyltyl-Schulen (Schulen für physisch und mehrfach behinderte Kinder)

ZML-onderwijs - scholen foor zeer moeilijk lerenden (schwer Lernbehinderte)

openluchtscholen - scholen voor langdurig zieke kinderen (langzeitkranke Kinder)

Cluster 3 scholen - scholen voor kinderen met epilepsie

REC - Regionales Expertise Zentrum (Koordinations- und Beratungszentrum für mehrere Sonderschulen in einer Region)

VOLG - Dachverband von Eltern-Organisationen, die mit den Schulen und Zentren für körperbehinderte "lichamelijk gehandicapten" Kinder verbunden sind

IST - Integral School Toezicht - Inspektionsorgan für Schulen, Schulaufsicht
 

Abkürzungen im Schulbereich - ohne Übersetzung

Niederländische Abkürzungen

BAVO Basisvorming

BVE Beroeps- en Volwasseneneducatie

CBS Christelijke Basisschool

CITO Centraal Instituut voor Toetsontwikkeling

HAVO Hoger Algemeen Voortgezet Onderwijs

HBO Hoger Beroepsonderwijs

HO Hoger Onderwijs

IVBO Individueel Voorbereidend Beroepsonderwijs

LIO Leraar in Opleiding

MAVO Middelbaar Algemeen Voortgezet Onderwijs

MBO Middelbaar Beroepsonderwijs

OBS Openbare Basisschool

OCenW Ministerie van Onderwijs, Cultuur en Wetenschappen

PABO Pedagogische Academie voor het Basisonderwijs

PO Primair onderwijs

RIK Rijksinspectiekantoor

ROC Regionaal Opleidingscentrum

RKBS Rooms-Katholieke Basisschool

SBD Schoolbegeleidingsdienst

SG Scholengemeenschap

SO Speciaal Onderwijs

TTO Tweetalig Onderwijs

ULO Universitair Centrum voor de Lerarenopleiding

VAVO Voortgezet Algemeen Volwassenenonderwijs

VBO Voorbereidend Beroepsonderwijs

VMBO Voortgezet Middelbaar Beroepsonderwijs

VO Voortgezet Onderwijs

VSO Voortgezet Speciaal Onderwijs

VTO Versterkt Talenonderwijs

VWO Voorbereidend Wetenschappelijk Onderwijs

WO Wetenschappelijk Onderwijs
 

Deutsche Abkürzungen

AG Arbeitsgemeinschaft

BBS Berufsbildende Schule

BK Berufskolleg

GE Gesamtschule (Nordrhein-Westfalen)

GS Grundschule

GGS Gemeinschaftsgrundschule

HS Hauptschule

IGS Integrierte Gesamtschule

KGS Katholische Grundschule (Nordrhein-Westfalen)

         Kooperative Gesamtschule (Niedersachsen)

RS Realschule

Sek I Sekundarstufe I (Klassen 5-10)

Sek II Sekundarstufe II (Klassen 11-13)

VHS Volkshochschule
 

Kostenlose Übersetzungsmaschine im Internet: Holländisch à Deutsch:

http://www.foreignword.com/Tools/dictsrch_hp.asp?query=&src=BK&srcbox=19&trg=CK

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