Qualitätssicherung im Übergang Schule-Beruf
Jörg Bungart / Kirsten Hohn

Das Thema “Qualität” bzw. “Qualitätsmanagement” ist derzeit eines der meist diskutierten Themen in der sozialen Arbeit und gewinnt zunehmend an Bedeutung. Es ist somit besonders wichtig möglichst aktiv die in der Qualitätsdebatte liegenden Chancen wie z.B. die Möglichkeit einer transparenten Darstellung der Leistungen verschiedener sozialer Dienste an Außenstehende, z.B. Kostenträger, und die weitere Professionalisierung der eigenen Arbeit wahrzunehmen.

Die Diskussion zu Fragen des Qualitätsmanagements in Feldern der sozialen Arbeit sollte sich nicht in der Übertragung betriebswirtschaftlicher Modelle und Denkweisen erschöpfen, sondern versuchen, diese Modelle mit den eigenen Traditionen zu verbinden. In Begriffen wie Fachlichkeit, Professionalisierung und methodischem Arbeiten lassen sich gute Anknüpfungspunkte für eine Beschäftigung mit qualitätsrelevanten Fragestellungen finden. Im Gegensatz bzw. in Ergänzung zu eher verfahrensorientierten und formalen Regelungen im Rahmen betriebswirtschaftlicher Qualitätssysteme, deren Fokus sich stärker auf die Festlegung von Zuständigkeiten und Prüfverfahren richtet (z.B. DIN EN ISO 9000ff.), liegt der Schwerpunkt in Feldern der sozialen Arbeit auf der inhaltlichen Bestimmung von Merkmalen “guter Arbeit” und ihrer Umsetzung in der Praxis. Im Mittelpunkt einer solchen Diskussion steht die Reflexion über die Ausgestaltung des eigenen Einrichtungs- und Arbeitskonzepts sowie die Gestaltung der alltäglichen Arbeitspraxis. Bevor bestimmt wird wie die Qualität der Arbeit zu sichern und weiterzuentwickeln ist, muß zuerst festgelegt sein, was die spezifischen Zielsetzungen und Inhalte dieser Arbeit sind.

Innerhalb des Workshops sollen sich die TeilnehmerInnen mit den genannten Qualitätsaspekten im kollegialen Austausch auseinandersetzen und einzelne methodische Ansätze kennenlernen.

Qualität im Prozess der beruflichen Integration von jungen Menschen mit Behinderung(en) ist immer auch abhängig von den Erfahrungen und Handlungsweisen der verschiedenen Prozessbeteiligten. Anhand von Beispielen aus Interviews mit Akteurinnen und Akteuren beruflicher Integrationsprozesse werden die daraus resultierenden verschiedenen Perspektiven gezeigt. Die Interviews wurden im Rahmen der Evaluation der deutschen Equal-Entwicklungspartnerschaft “Keine Behinderungen trotz Behinderung” mit SchülerInnen und mit TeilnehmerInnen aus Qualifizierungsmaßnahmen, mit deren Eltern, mit SozialpädagogInnen und LehrerInnen sowie mit ArbeitgerInnen und PraktikumsanleiterInnen geführt. In dem Workshop sollen die verschiedenen subjektiven Erfahrungen, Entscheidungsspielräume und Handlungsmöglichkeiten und -weisen all dieser Prozessbeteiligten beispielhaft dokumentiert und diskutiert werden.

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