Besonderheiten, die Berufswahl der Menschen mit Sehbehinderung beeinflussen
Martina Botošová

Der Berufswahl wird im Leben jedes Menschen eine gro3e Rolle zugeschrieben. Sie beeinflusst seine Zukunft, Einstellungen, Selbstbewusstsein, Verhältnis zur Arbeit, aber auch zwischenmenschliche Beziehungen. Heute, wo Arbeitslosigkeit in der Tschechischen Republik mehr als 10 % erreicht, verläuft dies nicht ohne Probleme. Der Beruf soll nicht nur nach dem Interesse, sonder auch nach den Chancen zur Beschäftigung auf dem aktuellen Arbeitsmarkt gewählt werden.

Die Situation ist jedoch bei den Menschen mit Sehbehinderung noch komplizierter. Ein Kind mit dieser Behinderungsart muss für die Berufswahl den ganzen Schulbesuch durch vorbereitet werden. Es ist nötig, den Schülern mit Sehbehinderung realistische Möglichkeiten vorzulegen, die ihren Fähigkeiten entsprechen. Man soll im Auge führen, wo sich das Kind besonders hervortun, und ihn in diesen Bereichen auch fördern, weil gerade diese für seine künftige Berufstätigkeit von Bedeutung sein können. Manchmal kommt vor, dass der Mensch mit Sehbehinderung jenen Beruf auswählt, der für ihn zu schwierig ist oder der nicht völlig seinen Bedürfnissen entgegenkommt. Dementsprechend ist es nötig, dieses in Gesprächen mit Schülern mit Sehbehinderung zu thematisieren und ihre Vorstellungen gleichzuschalten. Dies gilt häufig auch für ihre Eltern. Die wissen oft nicht, welche Möglichkeiten ihr Kind hat und wie sie es weiter lenken können. Sie haben von ihrem Kind oft unrealistische Vorstellungen, die dessen Fähigkeiten nicht entsprechen müssen. Die Eltern können dann ihr Kind mit Sehbehinderung sogar falsch motivieren.

Mehrere Faktorten nehmen auf die Berufswahl bei Kindern mit Sehbehinderung als bei sehenden Menschen den Einfluss.

Zu diesen Faktoren gehören :

  1. Persönlichkeit des Schülers mit Sehbehinderung

  2. Der Prozess der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes mit Sehbehinderung wird vor allem durch die Familie und ihre Erziehung geprägt. Einstellungen von den Eltern beeinflussen die Selbsbestätigung des Kindes. Sie formen seine Selbstbestimmung und sein Selbsbewusstsein. Dies alles zeigt sich dann in der Eingliederung in die Gesellschaft auf, ist im Prozess der Durchsetzung des Kindes mit Sehbehinderung in seine Umwelt sichtbar. Damit hängt auch die Berufswahl sehr eng zusammen. Ein Kind mit gesundem Selbsbewusstsein wählt jenen Beruf, der seinen Fähigkeiten angemessen ist.
     
  3. Intellekt des Schülers mit Sehbehinderung

  4. Der Intellekt wird zu jenen Faktoren, die die Berufswahl bei allen Menschen mit Sehbehinderung beeinflussen. Die Mehrheit betrachtet den hohen Intellekt als “Tor zum Studium”. Bei Schülern mit Sehbehinderung spielt aber diese Komponente nur eine beschränkte Rolle. Als wichtiger gelten seine Fähigkeiten auf dem Gebiet der Raumorientierung und in der Kommunikation mit anderen Menschen.
     
  5. Sehschädigungsgrad

  6. Der Sehschädigungsgrad nimmt einen erheblichen Einfluss auf die Berufswahl. Schüler mit Schwachsichtigkeit haben eine grö3ere Auswahl als Schüler mit Blindheit, bzw. mit Restsehen. Menschen mit Schwachsichtigkeit können z.B. als Lehrer an allgemeinen Schulen, Sekretärinnen oder Gärtner arbeiten, während Menschen mit Blindheit diese Berufe nicht ausüben können.

    Die meist betroffene Gruppe bilden Menschen mit Restsehen. Die Berufswahl wird bei jenen Menschen durch die progredierende Sehstörung äu3erst beeinflusst. Diese folgt in meisten Fällen bis zur Blindheit. Dies bringt eine gor3e psychische Last mit sich. Der Betroffene muss sich damit immer wieder auseinandersetzen, er muss sich auch immer neu auf die sich ständig ändernden Arbeitsbedingungen einstellen.
     

  7. Sehschädigungsart

  8. Jede Sehschädigungsart bringt ein bestimmtes Ausma3 an Einschränkungen mit sich, die in verschiedene Lebensbereiche eingreifen. Aus den häufigsten führen wir folgende ein: Glaukom, Netthautschädigung, Myopia gravis. Menschen mit diesen Sehschädigungen sollen die Arbeit im staubhaltigen Raum, Arbeit die höhere Anforderungen an physische Seite stellt, Tätigkeiten in direkter Sonne vermeiden. Der künftige Beruf darf nicht zur Verschlechterung des Sehvermögens führen.
     
  9. Umfeld des Schülers mit Sehbehinderung

  10. Sowie sehende Kinder wachsen Kinder mit Blindheit in einem Umfeld, das sich in ihrer künftigen Berufstätigkeit widerspiegelt. Die Umwelt des Kindes mit Sehbehinderung soll viele Anregungen zur Stimulation und Entfaltung dieses führen. Die reizvolle Umwelt ermöglicht dem Kind mit Sehbehinderung seine Fähigkeiten, seinen Intellekt, seine Selbstbestimmung adäquat zu entfalten, was seine Berufswahl letzten Endes erleichtert.
     
  11. Eingliederung des Menschen mit Sehbehinderung in die Gesellschaft

  12. Jedes Individuum nimmt während seines Lebens eine bestimmte Position in der Gesellschaft ein. Dies wird bei Menschen mit Sehbehinderung von Einstellungen der Majorität der Sehbehinderung gegenüber gekennzeichnet. Oft können Menschen mit Sehbehinderung mit verschiedenartigen Vorurteilen, Bewertungen konfrontiert werden, was sich alles dann auch in seiner Berufstätigkeit aufzeigt. Gewöhnlicherweise können Menschen mit Sehbehinderung gute Musikanten oder Masseure sein. Kaum kann man sich aber vorstellen, dass sie auch gute Programmierer usw. werden können.
     
  13. Angebot an Möglichkeiten der Berufsvorbereitung

  14. Wie schon oben genannt, die Menschen mit Sehbehinderung haben herabgesetzte Möglichkeiten bei der Berufswahl. Sie können in einigen Branchen als Handwerker, Lehrer, Masseure usw. berufstätig sein. Sie absolvieren die Berufsvorbereitung direkt an Sonderschulen, die sich in Prag, Brünn der Opava befinden, oder sie besuchen allgemeine Schulen als integrierte Schüler. Sie können die Ausbildung an verschiedenen Typen der Gymnasien absolvieren. Hier werden sie für das Studium an einer Universität, bzw. Hochschule vorbereitet. Eine andere Möglichkeit stellen Handelsakademien dar, wo sich die Schüler Kenntnisse in Buchhaltung oder EDV-Bereich aneignen. Diejenigen Schüler mit Sehbehinderung, die sich für Musik entschieden haben, können das Konservatorium oder die Schule für Musikinstrument-Stimmung in Prag besuchen. Weiter bietet sich das Studium an verschiedenen Schulen mit dem Schwerpunkt Soziales an. Auf Berufsschulen reicht das Angebot von z.B. Masseuren, Tapezierer bis zu Schlößern usw.

    Ein Rehabilitations- und Berufsförderungswerk Dìdina in Prag gibt es für diejenigen, die den Sehvermögen später verloren haben. Hier werden ihnen auch den Punktschriftunterricht sowie Übung in Selbstversorgung oder Umschulung angeboten. Bei dem zuletzt genannten handelt es sich um handwerkliche Arbeit, z.B. Masseur, Keramiker usw.

    Trotzdem, dass sich Menschen mit Sehbehinderung einen adäquaten Beruf finden, können sie ihn oft in Tschechien nicht ausüben, was sich negativ an die Persönlichkeit auswirkt. Es kann zur Stagnation einiger Fähigkeiten oder zum Rückgang der Sozialenkontakte kommen. Dies kann letztendlich auch zur Veränderung der Einstellungen von Menschen mit Sehbehinderung der Gesellschaft gegenüber führen. Diesbezüglich muss es gemeinsam mit Menschen mit Sehbehinderung nach solchen Berufen gesucht werden, wo sie möglichst hohe Potentiale auf dem Arbeitsmarkt haben werden.


Litaratur :

Ludíková, L, Malecek, M. Tyflopedie I. Olomouc: UP, 1986.

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